Wanderfahrt Dürnstein – Budapest

vom 11.07. bis 17.07.2010

Wanderfahrt Dürnstein Budapest 2010 Diesmal haben gerade nur fünf Donauhortler: Eberhard Glanz, Eva und Bernhard Reinelt, Susi und Günter Zimmermann an der für 2010 ausgeschriebenen Wanderfahrt teilgenommen. Dennoch waren wir mit den vier Piraten: Bianca Böhmches, Gerhard Göbl, Traude Schreiner und Werner Drobil, sowie den Freunden vom Waginger Ruderverein: Heidi Kirner, Margit Kroiß und Peter Hinterstoisser schon zwölf Teilnehmer, die letztlich in das Unternehmen starteten.

Am Samstag davor fand noch die Sternfahrt mit Ziel in Dürnstein zum „Aufwärmen“ statt, obwohl uns die Sonne schon zu Anfang ordentlich einheizte. Aber es sollte noch besser kommen…

Am Sonntag nahmen dann Eberhard, Eva, Bernhard, Peter, Susi und Günter im C-Fünfer Gudrun, der uns vom Donauhort zur Verfügung gestellt wurde und Heidi sowie Margit zusammen mit Waltraud und Franz Labek von den Piraten im Renngig-Vierer Tichy die Strecke nach Wien in Angriff. Das Wettterkreuz-Kircherl grüßte uns im Stau von Altenwörth wie immer ewig lange vom Berg. Ab und zu sorgte ein kleines Lüfterl für ein bisschen Kühlung. Endlich war die Übertragstelle erreicht, die wir mit vereinten Kräften bewältigten.

Die Mittagsrast beim Tullner Alpenverein hatten wir dringend nötig, um unseren Energie- und Flüssigkeitsbedarf auszugleichen.

Der Stau von Greifenstein war nun mit frischen Kräften rasch zu meistern. Nach einem erfrischenden Bad im Altarm fuhren nun der Vierer zum Pirat-Bootshaus und die Gudrun-Mannschaft zum Donauhort.

Am Montagmorgen war Treffpunkt und Ausgangspunkt beim Pirat. Hier war nun die schwierige Bootswahl zu klären, weil sich zwar die Piraten freundlicherweise bereit erklärt haben, die Boote für die Wanderwahrt zur Verfügung zu stellen, aber es gab einen krankheitsbedingten Ausfall und einige Boote waren nicht da. Es stellte sich heraus, dass diese in Dürnstein zurückgelassen wurden, weil selbst die große Transportkapazität der Piraten überfordert war.

Je zwei Kameraden waren abwechselnd für den Landdienst mit Bus und Bootswagen der Piraten vorgesehen, so dass zehn Ruderplätze benötigt wurden. Die Entscheidung fiel letztlich für den Vierer Tichy und den Sechser Ekkehard, was sich sehr bewährt hat.

Nun waren auch Gerhard und Werner mit von der Partie. Gerhard und Eva machten Landdienst. Wegen des verzögerten Starts und um dem Twin City Liner nicht im Donaukanal zu begegnen, entschieden wir uns, im Stau zum Kraftwerk Freudenau zu fahren. Wir waren alle sicher, dass dort Transportwagen zur Verfügung stehen werden und gaben daher auch leider unseren kleinen Transportwagen dem Bus mit. Das hat sich dann als großer Fehler herausgestellt. Dort angekommen, war nicht die große Hitze oder unser eingeschränktes Sehvermögen schuld, dass wir die Bootstransportwagen nicht fanden – sie waren einfach nicht da. So mussten wir auf „Wikkingerart“ allerdings ohne Baumstammrollen alles händisch tragen, was etwa viermal zirka 500 m bergab und bergauf über Serpentinen, Stiegen, etc. ergab. Herzlichen Dank an die Kraftwerksbetreiber, die sich offenbar nicht ausreichend um die Bootstransportwagen kümmern…

Die Strömung im Unterwasser half ein wenig zur Erholung nach der strapaziösen Aktion, dennoch war bei einigen vor Orth schon der Wunsch nach einer Pause übermächtig. Dieser wurde nach Landung am falschen rechten Ufer und anschließender Motorbootfähre zum schwimmenden Gasthaus am anderen Ufer erfüllt. Nur der Vierer mit Bernhard, Bianca, Eberhard und Traude kämpfte sich bis Hainburg weiter, um dort zu pausieren. Von da an wechselte Eva anstatt Traude in das Boot.

Von Devin an

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bis kurz vor Pressburg war die Strommitte Grenze zwischen Österreich und der Slowakei und erst am nächsten Tag, bis kurz nach Cunovo mit dem Staudamm war der Fluss Grenze zwischen der Slowakei und Ungarn.

Die Ankunft in Pressburg beim RC SVK Auspic vor der „UFO“ Brücke schaffte dann auch noch der Sechser mit etwas Verspätung, wo der Landdienst Gerhard und Eva schon das Gepäck und die Vierermannschaft in das Hotel Kiew transportiert hatte und nun auch die Sechsermannschaft dorthin brachte.

BILD0006 Wegen der späten Ankunft und des großen Hungers war das Interesse für einen Stadtbummel denkbar gering, so dass wir das erstbeste Lokal, das sich nicht als nicht als Pub, sondern als Restaurant deklarierte, erstürmten, um unseren Durst und Hunger zu stillen. Das anschließende Gesellschaftsspiel zur Teilung der Konsumation mit einer Kellnerin, die weder Deutsch noch Englisch verstand und nur eine unleserliche Gesamtrechnung ohne eigene Fähigkeit zu rechnen präsentierte, war zu fortgeschrittener Stunde nur mehr wenig lustig.

Die Nacht im Hotel Kiew war angenehm, das Frühstück unglaublich vielfältig und reichhaltig. Überhaupt ist dieser alte Kasten aus früheren Zeiten von der Ausstattung immer noch akzeptabel und das Personal ausgesprochen freundlich.

Am Dienstag gelang uns ein früherer Start vom RC SVK Auspic, wobei Günter und Susi den Landdienst mit Abholung des Restgepäcks vom Hotel und Beschaffung von 24 backfrischen Kornlaibchen und 1 kg Käse zur Verpflegung der Mannschaften unterhalb von Kunovo bei der Übertragstelle in die Alte Donau übernahmen.

Dort angekommen hat die Hitze mit Temperaturen bei 34ºC im Stausee von Gabcicovo die Sechsermannschaft schon so geschafft, dass sie das Boot auf den Hänger luden und den Mannschaftsbus enterten.

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Der Vierer mit Bernhard, Eva, Eberhard und Peter bewältigte die etwas extreme Einsetzstelle in die Alte Donau und war anschließend von diesem Abschnitt sehr begeistert.

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Nachdem die Sechsermannschaft vorerst mit dem Bus in das Hotel in Györ zu bringen und der geplante Treffpunkt mit dem Vierer in Nagybajcs nicht leicht zu finden war, haben wir uns leider um ein Buhnenfeld verfehlt. Aber nach zirka einer halben Stunde, wo wir den Gelsen Gelegenheit zum Abzapfen unseres Safts gaben, haben wir uns dann doch gefunden, Boote und Hänger gleich dort gelassen und dann alle im Revesz Hotel in Györ vereint. Das gemütliche Abendessen im Hotelgarten war ein schöner Abschluß.

Den Landdienst am Mittwoch machten Eberhard und Margit. Zuerst waren die Boote und ein Teil der Mannschaft zur Mososoni Duna zum Ruderzentrum Györ zu bringen. Die restlichen Kameraden gingen zu Fuß dorthin. Beim Ruderklub trafen wir – man glaubt es kaum: Liesl Smetana, die von da an mit Bregenzer Ruderen in zwei C-Klinkerbooten die gleichen Etappen wie wir fuhren.

Noch ein Prominenter wurde gesichtet: Wolfgang Schindler, aber nicht als einsamer Ruderer, sondern am Weg zu einer Zahnbehandlung!

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Die Mosoni Duna wälzt sich in diesem Abschnitt eher träg dahin, nicht so flott, wie im Oberlauf, die Luft war drückend, das Ufer grün, schlammig und wenig abwechslungsreich. Erst als wir vereinzelte Fischerboote am Ufer sahen, war anzunehmen, dass bewohnte Gegenden nicht mehr weit sind.

Beim Eintritt in die, sagen wir, Große Donau, wurden wir gleich von einem Schwall begrüßt, den drei im Geleitzug fahrende Frachter ausgelöst haben. Bis Gönyü, unserem nächsten Mittagsziel ging es nun flott weiter. Unser Landdienst hat gute Arbeit geleistet und zirka 1 km unterhalb der Anlegestelle ein neues schwimmendes Restaurant gefunden. Dieses war offenbar die neue Attraktion der Umgebung, mit schattigem Oberdeck, riesiger Speisekarte und einem eleganten Unterdeck mit wunderbar gedeckten Tischen. Nach der angenehmen, von einigen zu einem kurzen Nickerchen bzw. „Einschauen“ genutzten Mittagsrast, BILD0034 ging es zum Teil im Bus, zum Teil auf Stehplätzen im Hänger zu unseren Booten zurück.BILD0037

Die anschließende Strecke nach Komarno war nun flott mit rhythmischem Streckenschlag im schönen Donaustrom bald geschafft. Die Boote legten wir auf der slowakischen Seite bei einem Badestrand oberhalb der Eisenbahnbrücke ab. Die Skulls nahmen wir zur Sicherheit mit und ließen uns von Landdienst zum Hotel Het Vezer Apartmanhotel in Komaron bringen.

Ein angenehmes, von Oleanderbüschen umgebenes Abendessen war ein schöner Tagesabschluss.

Traude und Werner, die nun, am Donnerstag Landdienst machten, brachten uns wieder zur Eisenbahnbrücke. Dort fanden wir unsere Boote glücklicherweise unbeschädigt und machten uns auf den Weg zum Mittagsziel Süttö. Zu Beginn konnten wir auf der linken Stromseite abschätzen, wie groß der Hafen von Komarno, jetzt der slowakischen Teil der ursprünglich vereinten Stadt war. Am rechten Donauufer konnten wir schon einige die Landschaft belebende Hügel zu sehen.

Das die uns die Sonne aus wolkenlosem Himmel ordentlich einheizte, genossen wir die Badepausen ganz besonders.

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Das Mittagessen in der Panzio Süttö, wohin uns wieder der Bus brachte, war ausgezeichnet und nicht ganz so zeitaufwändig, wie von früheren Wanderfahrten berichtet wurde. Der Chef hat offenbar seine Mannschaft um einige Personen verstärkt.

Danach erreichten wir unser nächstes Etappenziel Esztergom nach einer weiteren Badepause in der wunderbar dahin fließenden Donau.

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Von der Anlegestelle waren es nur wenige Schritte bis zum Campingplatz wo wir recht angenehme Bungalows bezogen. Die Sanitärräume waren besser und moderner als in allen vorher bezogenen Hotels. Sogar den Duschkopf konnte man in der gewünschten Höhe befestigen, ohne in selbst auf den Kopf zu kriegen. Auch ein schöner Swimmingpool war vorhanden und wurde zum lockern der Glieder benutzt. Gerhard bezog sogar einen mit Klimaanlage ausgestatteten Bungalow. Das hat ihn so begeistert, dass er gleich die Heizung voll aufgedreht hat, was nach der Rückkehr bei seinen Zimmergenossen zu Jubelstürmen geführt hat.

BILD0058 Abends war die Besichtigung der Burg von Esztergom vorgesehen. Nur die Kulturbanausen Susi und Günter verweigerten die Besteigung des Burghügels und machten sich lieber auf die Suche nach einem netten Lokal für alle. In der exclusiven Panzio Mediteraneo bei gediegener mit Synthesizer begleiteter Gitarrenmusik zwischen lateinamerikanisch und Classic Rock angekommen und von einem Ober wie aus dem Bilderbuch (mit Zwirnhandschuhen und eleganter Attitude) bedient, wollte Günter die Kameraden per Handy dorthin lotsen.

Die waren aber inzwischen aus Erschöpfung hinter der Burg in ein anderes Lokal eingefallen. Susi und Gunter genossen ein ausgezeichnetes Abendmahl und freuten sich, dass auch die Bregenzer von diesem Lokal begeistert waren. Der „kulturbeflissene“ Teil der Mannschaft hat sich dann am Rückweg noch ausgiebig verirrt und weiß bis heute nicht, wie es dann doch noch gelang zum Campingplatz zu finden.

Am Freitag übernahmen Heidi und Peter den Landdienst im landschaftlich immer schöner werdenden Abschnitt der Donau. Bei einer Schotterinsel mitten im Strom überfiel Bernhard das unbedingte Verlangen dort anzulegen. Wir glaubten, dort einsam zu sein, als wir plötzlich Gerhard sahen, der sein Leibchen schwenkend, vom unteren Insel-Ende auf uns zukam und folgendes berichtete:

Die Schlagfrau des Vierers Bianca spürte plötzlich einen starken Schlag im Rücken und bevor sie sich über die Grobheit des hinter ihr sitzenden Gerhard ärgern konnte, wurde ihr die Kappe vom Kopf gerissen und ein ca. ½ m großer zappelnder Fisch lag zu ihren Füßen im Boot. Um diesen wieder aus dem Boot zu holen, musste der Vierer anlegen, weil der Fisch sich inzwischen unter dem Stemmbrett verkrochen hatte. Nachdem der Fisch eher unappetitlich roch, waren sie froh, ihn los zu sein, ohne zu bedauern, dass sie damit vielleicht eine gute Mahlzeit verschenkt haben. Den Gestank auf Leibchen, Bootssäcken, etc. wurden sie trotz mehrer Wäschen nicht so bald los.

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Von Esztergom ging es durch immer schönere, ein wenig an die Wachau erinnende Landschaft an Nagymaros und Visegrad vorbei, zum Anfang des Szentendre-Armes der Donau. Hier war schon stärkerer Ausflugsverkehr mit Schiffen und Motorbooten festzustellen. Wir verzichteten auf die geplante Mittagspause in Dunabogdany, um früher am Etappenziel in Szentdendre einzutreffen. Einige genossen dort noch den „Biopool“ des Hotels Waterfront.

Am letzten gemeinsamen Abend machten wir noch einen Spaziergang durch den wirklich sehr malerischen Ort mit bildschönen Gässchen, um uns dann im Zentrum bei einem netten Lokal niederzulassen. Die anschließenden Gespräche waren sicher sehr tiefgründig und inhaltsschwer, sind aber leider größtenteils in Vergessenheit geraten…

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Nach etlichen Flucht-Dezilitern (ungarisch, fast ein Achterl 🙂 !) ging es wieder sehr spät ins Bett.

Am Samstag bei der Abfahrt hatten wir noch einen schönen Blick auf Szentendre.

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Wir waren uns aber einig, dass wir aus Zeitgründen, um die Rückreise der Waginger Freunde noch am selben Tag zu ermöglichen und weil es immer schwüler wurde und der anwachsende Wochenend-Motorbootverkehr auch nicht zum gesteigertem Rudervergnügen beitrug, nicht durch Budapest fahren, sondern die Fahrt am nördlichen Stadtrand von Budapest beenden wollen. Unser Landdienst hat daher bei km 1655 eine Anlagestelle ausfindig gemacht, wo wir inmitten von Motorbooten unsere Boote auf den Bootswagen verluden. Bernhard brachte Bianca und Gerhard noch in das Stadtzentrum und führte dann den Bus mit neun Personen und Bootswagen nach Wien.

Abschließend möchte ich als Verfasser des Berichtes Bernhard und Eva für die viele Mühe bei der genauen Planung und Durchführung dieser wunderbaren Wanderfahrt und Bernhard auch dafür, dass er fast die gesamte Strecke ohne böse Zwischenfälle gesteuert hat, besonders danken. Auch die anderen Steuerleute, Margit, Peter und Werner verdienen herzlichen Dank. Für den wunderschönen Ablauf dieser Fahrt, in hervorragender Kameradschaft, für die ausgezeichnete Stimmung, die gute Laune und für die heiteren Einlagen, trotz extremer Hitzebelastung, ist allen Teilnehmern ganz besonders zu danken.

Günter

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