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Kärntner Seen 2017

Die Ruderwoche des WRV Donauhort aus der Sicht eines Normannen

Der WRV Donauhort fährt nun seit mindestens 20 Jahren zum Wörthersee, und ich durfte dieses Jahr bereits zum zweiten Mal mitfahren. Das erste Mal informierte mich Christian Zerny vor fünf Jahren über die Möglichkeit, an der schon traditionellen Ruderwoche teilnehmen zu können. Ich packte damals die Gelegenheit beim Schopf, um endlich das Rudern auf stehendem Gewässer ausprobieren zu können.

Ich durfte in dieser Woche aber nicht nur rudern, sondern auch viele nette Menschen kennenlernen. Menschen, die ich in späterer Folge bei diversen Ruderveranstaltungen wieder traf. Das Kennenlernen in dieser Ruderwoche war Basis dafür, bei den kurzen Wiedersehensmomenten, die einem die diversen Ruderevents bescheren, die aufgebauten Verbindungen zu erhalten oder zu intensivieren. Als ich dieses Jahr von der Möglichkeit erfuhr, wieder an der Ruderwoche teilnehmen zu können, zögerte ich daher nicht lange, bei der Organisatorin Eva Grohmann ob meiner Teilnahme anzufragen. Und es klappte!

Heuer war jedoch einiges anders als das letzte Mal. Die Schließung der „Pension Hansi“ zwang die DonauhortlerInnen, sich in Reifnitz nach einem neuen Quartier umzusehen. Dies war wohl die Initialzündung dazu, einen lang gehegten Wunsch der DonauhortlerInnen in die Realität umzusetzen, und in der schönen Pension „Seenixe“ für die Ruderwoche unterzukommen.
Um den großen Wunsch wahr werden zu lassen, musste jedoch ein kleiner Kompromiss gemacht werden. Und so wurde der traditionelle Termin der Ruderwoche um eine Woche verschoben. Schon stand dem Ruderglück mit Quartier direkt am Wasser (Wörthersee-Wasser) nichts mehr im Wege. Diese Änderung brachte viele Vorteile mit sich, nicht zuletzt die einigermaßen überraschende Tatsache, dass wir uns mitten im Sommermonat August in der Nebensaison am Wörthersee befanden.

Bei meiner Ankunft in Reifnitz traf ich viele bekannte und natürlich viele neue Gesichter. Denn für mich fand auch hier eine Veränderung statt. Es schien als hätte sich der Ruderverein Donauhort mit einer Verjüngungskur auf sein 150-jähriges Bestehen vorbereitet. Manche von ihnen sah ich schon in den Jahren zuvor „zu Wasser“ auf dem Strom, aber in dieser Woche sah ich, zu was für tragenden Mitgliedern ihres Vereins sie auch „zu Lande“ geworden sind.

Die Unterstützung all dieser Menschen machte es wohl möglich, dass ich in dieser Woche einige Para RowerInnen des Vereins kennenlernen durfte. Der Vorstand des Vereins treibt seit einigen Jahren das Thema „Inklusion im Sport“ voran und die Vereinsmitglieder tragen es augenscheinlich und spürbar tatkräftig mit. So nahmen heuer drei Para RowerInnen an der Ruderwoche teil und, um ehrlich zu sein, wurden dadurch meine Erwartungen an diese Ruderwoche bei weitem übertroffen. Das tägliche Zusammensein mit diesen sehbehinderten Menschen gab mir die Möglichkeit zum Kennenlernen, undistanziertem Austausch, und Dazulernen.

Ich bekam in Gesprächen und Diskussionen auch die Möglichkeit, unsere „sehende“ Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen. Und ich bekam auch die Möglichkeit, die Freude und Begeisterung zu spüren, die Para RowerInnen erfahren können, wenn sie sich als aktiver Teil unserer gemeinsamen Welt erleben. Zugegebenermaßen waren manche von Ihnen wesentlich aktiver beim Rudern als ich …

Vielleicht darf ich an der Stelle einen dieser Teilnehmer zitieren. Er sagte, es sei so großartig, wie offen und ohne Scheu ihnen ihre Kollegen begegnen. Viele dieser Erlebnisse und Erkenntnisse hätte ich wohl nicht gehabt, wenn der RV Donauhort sich dem „Para Rowing“ nicht voll und ganz aktiv geöffnet hätte. Die gemeinsame Begeisterung für den Sport als verbindendes Element schafft Basis für mehr als „nur“ rudern.

Die Woche war für mich voller überraschender Momente und erweiterte meine Grenzen weit über das Ruderische hinaus. Und so verschwammen die Grenzen der Vereinszugehörigkeiten und es blieb die schöne Erinnerung an eine großartige Ruderwoche mit FreundInnen zurück.

Gábor

Zu den Fotos …

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