Pararowing Trainingscamp in Gavirate

„Rowing is so easy: Take the blade into the water, take it out of the water – and repeat!“

Die Worte von Marco Galeone, Trainer der südafrikanischen Para-Rowing Mannschaft, beschreiben das große Ziel jedes Ruderers. Einen Schritt näher in diese Richtung durften wir beim Trainingscamp der World Rowing Federation FISA im italienischen Gavirate erleben!

Das Team – Gerheid Pahl, Maria Dorn, Benjamin Strasser, Rainer Putz, Steuerfrau Erika Buchinger und unser Coach Christoph Affenzeller – wurde aufgrund der Vorleistungen im harten Indoortraining eingeladen, an intensiven Trainingstagen mit anschließender Regatta beim und am Lago di Varese, nördlich von Mailand, teilzunehmen. Das Camp unterstützte neue Nationen im Para-Rowing mit dem Ziel, Athleten optimal auf die Qualifikation und die Teilnahme bei den Paralympics 2016 in Rio vorzubereiten.
Gemeinsam mit 8 weiteren Nationen (Argentinien, Tschechische Republik, Hong Kong, Kenia, Litauen, Mexiko, Norwegen und Uganda), in allen möglichen Bootsklassen, verbrachten wir unvergessliche 10 Tage im nördlichen Italien.

Der Tag begann mit einem zeitigen Frühstück nach der morgendlichen Mobilisation, danach folgte gleich die erste Einheit am Wasser. Betreut wurden wir von Christoph und Coach Franco Parnigotto. Der italienische Coach war streng aber auch sehr humorvoll und passte sich während unserer gemeinsamen Zeit immer mehr an die österreichische Nationalflagge an – rot weiß rot – in Form eines ordentlichen Sonnenbrands. Das ist Engagement! Sehr detailliert wies er uns auf Fehler hin und gab viele Tipps, wie wir uns weiter verbessern können.
An den ersten Tagen hatten wir einen sehr engen Zeitplan, da außer dem Training auch diverse Vorträge auf dem Plan standen. Unter anderem waren zwei Paralympics-Teilnehmer (und Goldgewinner) hier um uns den oplympischen Geist näher zu bringen. Viel interessanter fanden wir aber ihre persönlichen Geschichten nach den Vorträgen.
Danach durften wir wieder aufs Wasser, mit besten Bedingungen, aber unter großer Hitze. Und leider herrscht im Lago di Varese Badeverbot!
Ruhephasen fehlten am Anfang fast völlig, wurden aber auf Anraten unserer Coaches in den Plan aufgenommen. Außerdem wurde den weniger hitzeresistenten Nationen (also uns) das Training mehr an den Rand des Tages verlegt.
Dazwischen gab es noch weitere Vorträge über die verschiedenen Bootsklassen, Bootseinstellmöglichkeiten, Körpergesundheit, Social Media… und Erfahrungsberichte weiterer großartiger Athleten (z.B. Weltmeisterin AS Birgit Skarstein).
Neben den zahlreichen Trainingseinheiten blieb uns dennoch genug Zeit für Spaß („Oh, laughing – must be Austria“) und für jede Menge Eis und andere kulinarische Genüsse – 8 große Kugeln Eis an einem Tag, 5 Schnitzel, ein halbes Kilo Nudeln + eine normale Hauptspeiße samt Salat waren die Highlights einzelner Teammitglieder – pro Person natürlich!

Sehr erfreut und dankbar waren wir über die großartige Betreuung von Eva Grohmann. Sie kümmerte sich nicht nur um die Klassifizierung unserer beiden Mädls, sondern auch rundherum um alles. Wegen wichtigen Verpflichtungen musste sie leider früher abreisen, wurde aber gleich von Florian Kremslehner abgelöst, der uns mit viel Engagement auf unseren ersten internationalen Auftritt bei der Regatta vorbereitete.

Das Rennen: Leicht erschöpft waren wir sehr froh, dass der erste Lauf wetterbedingt abgesagt wurde und wir etwas Ruhe fanden. Umso motivierter freuten wir uns auf den ersten Start gemeinsam mit GER, BRA, ISR und GBR – richtig gelesen, gleich mit den amtierenden Weltmeistern! Wie gut, dass man beim Rudern in die andere Richtung sieht. Vielleicht gerade deshalb erreichten wir eine neue Bestzeit, die bereits im B-Finale erneut gebrochen wurde.

Mit dem sehr guten 8. Gesamtplatz traten wir noch müde, aber sehr glücklich, am selben Tag die Heimreise an.

Die intensive Zeit bringt uns auf jeden Fall dem großen Ziel Paralympics deutlich näher. Als nettes Beiwerk haben auch wir uns besser kennengelernt und blicken viel zusammengeschweißter in eine aufregende Zukunft!

„In culo alla balena“ (italienisch „viel Glück“) uns allen!

Maria

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