Auf der Weser von Kassel bis Nienburg

Mannschaft: Gerhard Grasel, Eva Grohmann, Walter Grohmann, Anita Illich, Alfred Kschwendt, Verena Menschik, Florian Michl, Gerhard Nogratnig, Eveline Roth, Gerhard Roth, Christine Zahlbrecht, Günter Zimmermann, Susi Zimmermann
Fahrstrecke: Kassel – Nienburg 295 km

Eine Wanderfahrt im Land der Sagen und Märchen muss doch märchenhaft sein. So stellten wir uns das vor, und so war es dann auch zum Großteil.

So starteten Mitte Juli 13 DonauhortlerInnen zum Teil mit der Bahn, zum Teil mit dem Auto, Hänger und 4 Booten Richtung Kassel und stellten gleich fest, dass unser Ruderziel nicht gerade in der Nachbarschaft lag. Das gilt vor allem für die Rückfahrt, denn 13 Stunden bei ca. 30 Grad im nicht klimatisierten Auto machen wohl jeden zum leidenschaftlichen Bahnfahrer.

Aber einmal angekommen änderte sich das Bild schlagartig. Geruhsame Fahrten auf einem sich durch eine liebliche, zuerst hügelige dann immer flachere Landschaft schlängelnden Fluss brachten uns ein weitgehend stressfreies Rudererlebnis. Abgesehen von der den Bierkonsum steigernden Hitze – ich glaube, ich habe zwei Drittel meiner Jahresmenge in dieser Woche getrunken – beanspruchte höchstens die Schleuse in Hameln und der Zwang, sich mit Enterhaken oder Hand an einer Leiter anzuhalten, unsere Nerven, denn das damit verbundene Langlegen der Ruder erhöht bei einem Renngig 2er oder 3er nicht unbedingt die Sicherheit.. Oder wir sorgten für Abwechslung mit dem Versuch, eine Bootsrutsche möglichst alle zugleich zu benützen. Und auch durch Schilder, auf denen das Baden wegen Gesundheitsgefährdung verboten wurde („Fluss stark verschmutzt, Badeverbot, Lebensgefahr!“), ließen wir uns nicht von unseren täglichen Badevergnügen abhalten. Nur unsere Boote hatten nach der Rückkehr eine intensive Generalreinigung mittels Industriereiniger nötig. Aber von solchen Kleinigkeiten abgesehen, verlief die Woche sehr angenehm und harmonisch und auch die nun schon zur Tradition gewordene tägliche Verlosung der Ruderplätze führte höchstens zu dem Stoßseufzer: „Jetzt sitze ich schon das 4. Mal in der Gudrun“.

Da wir nur 3 längere Etappen hatten, blieb genügend Zeit zur Besichtigung der malerischen Städtchen mit ihren hübschen Fachwerkshäusern oder anderer Sehenswürdigkeiten wie Bad Karlshafen oder Schloss Corvey in Höxter. Nicht zu vergessen natürlich Bodenwerder, die Heimat des Freiherren von Münchhausen und Hameln, bekannt durch die Sage vom Rattenfänger und viele wunderschöne Häuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert, der Zeit der Weserrenaissance.

In den Rudervereinen wurden wir überall sehr freundlich empfangen. Und wenn die Schläfer auf den Luftmatratzen einmal durch laute Musik anderer Wanderfahrer am Schlafen gehindert wurden, so schadete das der Stimmung nicht wirklich. Die Hotels allerdings setzten mit Ausnahme des sehr malerischen „Gasthaus Tündernsche Warte“ in Hameln, das gleich neben dem Ruderverein liegt, ein Begleitfahrzeug voraus. So hatten wir genügend Gelegenheit auszuprobieren, wie bequem 7 Personen auf 5 Sitzen unterzubringen sind. Aber das gehört wohl auch zu den Kleinigkeiten, die bei jeder Wanderfahrt vorkommen können.

Alfred Kschwendt

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