In und um Berlin

Heuer wurde ein lange gehegter Wunsch in die Tat umgesetzt. Berlin war das Ziel unserer diesjährigen Wanderfahrt. Vom Friedrichshagener Ruder Verein aus wollten wir in Tagesfahrten die umliegenden Gewässer erkunden. Und wir wurden nicht enttäuscht.
Freundlich empfangen von RK Wolfram Vogt, der uns mit dem stattlichen Bootshaus und den uns zur Verfügung gestellten Booten vertraut machte und mit präzisen Informationen über die umliegenden Gewässer versah, konnte eigentlich nichts mehr schief gehen. Ein wunderbares Ruderrevier breitete sich vor uns aus, in dem es jeden Tag Neues zu entdecken gab. Größere und kleinere Seen, verbunden durch natürliche und künstliche Wasserstrassen, auf denen uns auch die zwar zahlreichen aber langsam fahrenden Motorboote kaum in die Quere kamen. Meist ging es die Müggelspree aufwärts – man merkt allerdings kaum etwas von der Strömung – zum Großen Müggelsee. Das war der größte der von uns befahrenen Seen und er zeigte sich meist von seiner freundlichen Seite. RK Vogt hatte uns zwar vorgewarnt, aber nur einmal hatten wir Bedenken wegen der Wellen die überfahrt zu wagen und fuhren auf der Rückfahrt eine Zeit lang am linken Ufer entlang. Bei Westwind können sich nämlich am flacheren Ufer des Sees bei Rahnsdorf Wellen bilden, die ein überqueren unmöglich machen.

Höhepunkte auf unseren Fahrten waren zweifellos die engen und für uns daher auch nur teilweise zugänglichen Kanäle von Neu Venedig und dann vor allem der Gosener Graben, eine alte jetzt nur noch von Paddlern und Ruderern befahrene Verbindung zwischen Dämeritz- und Seddinsee. Nicht viel breiter als für unsere Boote notwendig schlängelt sich dieser Kanal durch dichten Wald und lädt, säße man nicht in einem Ruderboot, zum Verweilen und Träumen ein. Aber das konnten wir natürlich nicht, zuviel gab es noch zu sehen und zu befahren.
Zwischendurch nahmen wir uns aber doch die Zeit, auch die Stadt zu besichtigen und je nach Interesse Museen, alte und neue Architektur zu bewundern oder einfach das Flair einer Weltstadt zu genießen. Helmut Steiniger nützte auch die Gelegenheit als Maler einige Motive – so wie auch das Bootshaus – im Bild festzuhalten.

Zuletzt verschafften wir uns noch vom Müggelturm aus einen überblick über einen Teil der von uns befahrenen Gewässer. Der in einer kurzen Wanderung von der Station Rübezahl am Gr. Müggelsee aus erreichbare Turm bietet einen schönen Rundblick mit dem Gr. Müggelsee auf den einen und dem Langen See (Dähme-Wasserstrasse) mit der Regattastrecke auf den anderen Seite.

Ein eindrucksvoller Abschluss einer abwechslungsreichen Wanderfahrt, die wir sehr genossen haben und zur Nachahmung nur empfehlen können. In diesem Sinne richten wir auch ein herzliches Dankeschön an den Friedrichshagener Ruder Verein und die Ruderkameraden Klaus Renner und Wolfram Vogt.     Teilnehmer: Christian Bleimschein, Daniel Drobil, Margot Fleischmann, Eva Grohmann, Walter Grohmann, Alfred Kschwendt, Henrike Kschwendt, Eveline Roth, Gerhard Roth, Helmut Steininger, Oliver Steininger, Christine Zahlbrecht.

Standort beim
Friedrichshagener Ruder Verein e.V.
Hahns Mühle Str. 12, 12587 Berlin
Tel. 030/645 39 70
Verantw.: RK Klaus Renner

1.Tag: 33 km: Müggelspree, Großer Müggelsee, Erkner, Dämeritzsee, Löcknitz, Flakenfliess zum Werlsee und wieder zurück.

2.Tag: 45 km: wieder über Gr. Müggelsee zum Dämeritzsee, Gosener Graben, Seddinsee, zu Mittag im Gasthof Anglerheim Wernsdorf am Anfang des Krossinsee. Zurück wieder zum Seddinsee und dann über Langer See, Regattastrecke und Köpenick zurück zum Friedrichshagener RV.

3.Tag: Berlin ohne Ruderboot

4.Tag: 32 km: Müggelspree abwärts Richtigung Stadt, Köpenick, Spree-Oder Wasserstrasse, vorbei an Rummelsburgersee und Landwehrkanal, bei der Oberbaumbrücke keine weitere Durchfahrt. Rückfahrt selbe Strecke, zu Mittag auf dem Schiff bei der Abteiinsel, in Köpenick noch ein kleiner Umweg durch die alte Spree.

5.Tag: 35 km: über Gr. Müggelsee und Dämeritzsee zum Flakensee, Woltersdorfer Schleuse, über Kalksee noch ein Stück Richtung Stienitzsee, zu Mittag im Gasthof bei der Liebesquelle gleich hinter der Woltersdorfer Schleuse. Rückfahrt auf der selben Strecke.

6.Tag: 42 km: Gr. Müggelsee, Dämeritzsee, weiter die alte Müggelspree entlang. Rückkehr auf der selben Strecke, Mittagessen an der Autobrücke ca. 4 km vom Dämeritzsee entfernt. Sonst keine Gasthäuser zu finden.

7.Tag: 21 km: Station Rübezahl am Gr. Müggelsee, Aufstieg auf den Aussichtsturm, weiter zur Müggelspree, Erkundungsfahrt in den Kanälen von Neu Venedig, Rückkehr am linken Ufer des Gr. Müggelsees entlang.

A.Kschwendt
August 2001

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