Ein historisch niedriger Wasserstand machte die Donau oftmals zum See, wie wir es noch nie gesehen haben. Über lange Strecken war praktisch keine Strömung spürbar. Am Ufer bildeten sich breite Sandbänke und die Buhnen, normalerweise unter Wasser, wurden nun zu mächtigen, in der Landschaft stehenden Steinmauern. Bei der Isarmündung konnte man nur mehr in der schmalen Schifffahrtsrinne fahren, da fast der gesamte rechte Teil der Donau durch das Geschiebe der Isar verlandet war. Die Schwimmstege der Rudervereine in Straubing, Deggendorf und Melk schwammen nicht mehr, sie lagen am Trockenen. Die Großschifffahrt konnte nur eingeschränkt und sehr vorsichtig unterwegs sein.
Für uns Ruder*innen waren die sieben Tagesetappen jedoch ein sehr schönes Erlebnis und gut zu bewältigen. Von Straubing nach Deggendorf und weiter nach Passau genossen wir eine lange Strecke ohne Kraftwerk. Die Staustufe Kachlet wird derzeit groß umgebaut, die Übertragstelle war jedoch uneingeschränkt passierbar. Durch Passau hindurch ging es wie immer mit Staunen – wie schön dieses Ensemble vom Wasser aus gesehen ist! In der Ilz wurde es dann schon seicht und vereinzelt lagen Steine im Weg, wir kamen aber zumindest bis zum Kanuclub durch, um unsere Boote dort liegen zu lassen.
Weiter ging es nach Kramesau, wo wir abends beim Luger wieder einen herrlichen Donaufisch und andere Köstlichkeiten genossen – war es doch schließlich auch Evelines 85. Geburtstag, den es zu feiern galt!
Am Sternfahrt-Tag ruderten wir wieder mit vollem Elan weiter. Mit ein paar Zusatzkilometern stromauf und stromab ging es nach Linz, wo wir bis 17:00 im Ziel beim LRV Ister eintrudelten. Die Staustufe Aschach erwies sich wieder einmal als unangenehmes Nadelöhr. Die Übertragstelle war wegen Umbaus gesperrt, und so mussten wir schleusen. Mit zwei Großschiffen und 13 Ruderbooten wurde es schon etwas eng in der Kammer, und wir waren froh, im Unterwasser wieder unsere gewohnte Freiheit zu spüren.
Mit der Sternfahrt endete die Wanderfahrt für ein paar von uns, und andere kamen ab Linz dazu, um die drei letzten Etappen bis Wien anzugehen. Es folgte der einzige Tag dieser Ruderwoche, an dem auch Regen dabei war. Unser Timing war jedoch gut: die erste Front ließen wir bei der Übertragstelle Abwinden-Asten im Trockenen über uns herniederprasseln, und die zweite erreichte uns gerade, nachdem wir in Ardagger am Ziel angelangt waren. Tags darauf half uns ordentlicher Schiebewind weiter bis Melk. Über diese Unterstützung waren wir dankbar, wussten wir doch, was uns noch erwarten würde: Die letzte Etappe mit gut 100km von Melk nach Wien. Da heißt es wieder einmal den ganzen Tag: einfach rudern! Verschiedene psychologische Tricks halfen, die Etappe erträglicher zu machen. Es sind ja „nur mehr“ 70km, 50km, 40km. Und in Greifenstein sind wir ja quasi schon zu Hause. Nun, es ging alles gut, wir kamen den Umständen entsprechend wieder im Donauhort an und ließen diese schöne Wanderfahrt am Abend noch gemütlich ausklingen. Danke für euer Mitmachen!
– Stefan
Etappen: Straubing – Deggendorf – Passau – Kramesau – Linz – Ardagger – Melk – Wien
Teilnehmer*innen: Alfred K.-M. (Straubing-Linz), Christoph W. (Straubing-Linz), Eszter H. (Straubing-Wien), Eveline R. (Straubing-Linz), Florian P. (Linz-Wien), Ludwig W. (Straubing-Wien), Markus R. (Linz-Wien), Richard S. (Straubing-Wien), Stefan P. (Straubing-Wien), Wolfgang B. (Straubing-Wien).
Bootstransport: Christian S.


