Wanderfahrt auf der Donau: Ybbs – Wien

Wenn man einen Zwickeltag im Kalender entdeckt, wie könnte man ihn besser nützen als für eine kurze Wanderfahrt auf der Donau?

Der 15. Mai war ein solcher, und so machten sich 10 DonauhortlerInnen auf den Weg, in zweieinhalb Tagen über ca. 130km von Ybbs nach Wien herunter zu rudern – inklusive Landdienst, was den Komfort natürlich deutlich erhöhte. Man hätte dank Christians Einsatz als „elfter Mann“ fast von einer Genussreise sprechen können, wäre da nicht der dritte Tag gewesen. Aber der Reihe nach.

Die ersten, kurze Etappe von Ybbs nach Melk ruderten wir am Nachmittag, nachdem wir angereist waren und die Boote aufgeriggert hatten. Die Wetterprognose – ja, die Eisheiligen gibt es noch – war nicht besonders einladend – Tageshöchstwerte von 10 bis 12 Grad und hohe Regenwahrscheinlichkeit, nachdem der Frühling zuvor schon einige warme und freundliche Tage gebracht hatte. Wider Erwarten blieben wir aber trocken und die Donau schenkte uns mit „Zuckerwasser“ beste Ruderbedingungen! Und wenn man einmal in Bewegung ist, sind die mäßigen Temperaturen gerade recht. Bei der Ankunft in Melk ist eine Einkehr beim Fleischer Sdraule schon zur guten Tradition geworden und manche mussten sich einfach ein Leberkässemmerl vor dem Abendessen gönnen – Aperitivo auf österreichisch!

Am zweiten Tag ruderten wir am noch sehr frischen Morgen los durch die Wachau, wo wir wieder einmal herausfordernden Schiffverkehr erlebten. Es hat sich bewährt, dem Grundsatz treu zu bleiben, dass nur erfahrene Bootsleute den Abschnitt von Melk bis nach Dürnstein steuern sollten. Aufgrund des sehr niedrigen Wasserstandes hatten wir zudem auch kaum Möglichkeit, außerhalb der oftmals schmalen Schifffahrtsrinne zu rudern. Während wir mit Wellen und Manövern beschäftigt waren, zeigte sich auch schon die Sonne und es wurde schön warm. Wir beschlossen daher, unterhalb von Dürnstein anzulegen und an Land zu pausieren. Weiter ging es dann an Krems vorbei bis Altenwörth, wo wir schließlich ins Unterwasser übersetzten und bis Zwentendorf als weiteres Etappenziel weiter ruderten.

Ein abendlicher Blick auf die Wetterprognose mit reichlich Regen bei weniger als 10 Grad für den letzten Tag ließ dann einige Zweifel aufkommen, ob wir nicht der Versuchung erliegen sollten, den anwesenden Bootshänger auch zu gebrauchen. Doch der Donauhort lässt sich von Prognosen nicht einschüchtern. Ludwig reiste für diese Etappe mit Tatendrang als Ersatz für Steffi aus Wien an, die am Samstag arbeiten musste. Nach einer Regennacht stiegen wir tatsächlich wieder bei sehr schönem Ruderwetter ins Boot – nur dieses Mal fiel die Münze auf die andere Seite: bald setzte Regen ein und begleitete uns bis über Greifenstein hinaus, wobei von leichtem Nieseln bis zu ordentlichem Himmelsguss alles dabei war. Da heißt es mit Winston Churchill: Wenn Du durch die Hölle gehst, geh‘ weiter! Im heimatlichen Unterwasser wars mit dem Regen auch schon vorbei und sogar die Sonne blinzelte nochmals versöhnlich auf die Durchnässten. Die warme Stube im Donauhort erwartete uns aber, und wir ließen die Wanderfahrt noch gemeinsam ausklingen. Danke fürs Einheizen, Christian!

– Stefan

Etappenziele: Melk, Zwentendorf, Donauhort

Teilnehmer*innen: Wolfgang B., Stefanie B. (1. und 2. Tag), Eva G., Corinna M., Gerhard N., Stefan P., Markus R., Theresa R., Christoph W., Ludwig W. (3. Tag), Philipp W.

Bootstransport und Landdienst: Christian S.

Boote: 5x Fasold, 5x Freudenau

Wanderfahrt Ybbs–Wien 2026

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