Wanderfahrt Goplo See – Warthe Polen 2015

Schon seit einigen Jahren hat Lukasz zu seinen Wanderfahrten auf polnischen Flüssen eingeladen. Nach unserer sehr schönen Tour 2013 auf der unteren Warthe mit Ruderfreunden der Alemannia und aus Wels wollten wir noch einen neuen Teil der Warthe kennen lernen.

Zu dem von Lukasz vorgeschlagenen Termin 16. bis 25. Mai habe ich nach einigen Bemühungen auch Ruderfreude aus Österreich motivieren können: Margot, Traude und Lutz sowie Wolfgang. Susi und ich waren sowieso dabei. Dazu kamen zu meiner großen Freude auch Ruderfreunde aus Deutschland: Almut, Daggi und Hajo sowie aus Holland Wouter, Niki, Rainer, Bert, Frans, Eleanor und Anne.

Zusammen waren wir nun mit Lukasz 17 Ruderer, die in drei 4x+ und einem 2x+ die schöne Ruderei in den nächsten Tagen starteten.

Margot und wir haben die Anreise schon zwei Tage vorher genutzt, um Warschau kennen zu lernen. Das hat sich für uns sehr gelohnt. Wir haben erlebt, dass sich diese die Stadt, so wie das gesamte Land, schon gewaltig von der Vergangenheit befreit hat. Man freut sich hier des Lebens und das auch bei vernünftigen Preisen in Hotels und Restaurants.

Lukasz hat die verschiedenen Anreisezeitpunkte hervorragend koordiniert, so dass wir uns alle zu einem Starttreffen im Ruderverein PTW Tryton Posen trafen.

Nach Übernachtung in einem Hostel trafen wir uns wieder im Ruderverein zum Frühstück und dann ging es per Bus nach Kruschwitz, wo unsere Boote schon von der vorherigen Fahrt bereit waren.

Dieser Ort hat nicht nur einen tollen Ruderverein und eine wunderschöne Regattastrecke. Die gesamte Umgebung lädt zum Wassersport ein. Es gibt aber auch eine alte Burg der Piasten, der ältesten Königsdynastie der Polen. Den Mäuseturm der Burg haben wir natürlich bestiegen, um die fantastische Aussicht zu genießen, obwohl uns der Wind heftig um die Ohren blies.

Lukasz hat in einer sehr lieben Art immer wieder versucht, uns nicht nur die Lebensart, sondern auch die kulturellen und geschichtlichen Besonderheiten der Region näher zu bringen. Bei meinem unterentwickelten Geschichtsverständnis ist davon allerdings wenig hängen geblieben.

Schon zu Beginn der Tour gab es starken Wind und ein paar Regentropfen – zu Beginn war das nicht so schlimm, aber dann gab es einmal eine unangenehme Überraschung in Form eines extremen Westwindes, der den See so aufgewühlt hat, als hätten wir eine große Stromschnelle vor uns. Lukasz hat richtig entscheiden, die Tour vorzeitig abzubrechen und den Rest der Tagesetappe über 3 km auf der staubigen Landstraße zu Fuß zurückzulegen. Unser Quartiergeber von Agrotourismus (Urlaub am Bauernhof) hat wenigstens unsere Bootssäcke transportiert.

Am nächsten Tag ging es natürlich dieselbe Strecke zu Fuß, aber wesentlich frischer zurück zu unseren Booten.

Große Teile des Goplosees sind Naturschutzgebiet und unsere Strecke war ein Teil des Großpolen-Ringes, einem Paradies für Wassersportler. Wo der Naturschutz freie Zonen zuließ, gibt es schöne öffentliche und private Ferienhäuser sowie Badestrände.

Dann begann der Slensinski-Kanal. Ich war überrascht, weil wir so langsam vorankamen, bis ich feststellte, dass wir stromauf, gegen die Strömung, ruderten. Diese läuft offenbar bis Bromberg zur Weichsel stromab. Anlegestellen für Bedürfnisse waren rar, das Aussteigen in den zwei Schleusenkammern eher artistisch.

Ab Slesin ging es mit zwei weiteren Schleusen zur Warthe wieder hinab nach Konin, wo wir die Warthe erreichten.

Dieser Fluss ist landschaftlich einzigartig. Lukasz hat uns schöne und preiswerte Unterkünfte bei den folgenden Etappen reserviert und uns immer gut untergebracht, obwohl das fallweise wegen der Dominanz der Neureichen, die mit SUVs und sonstigen protzigen Autos ihre Töchter in die Gestüte zum Reiten transportieren, nicht einfach war.

Die Fortsetzung der Fahrt auf der Warthe ist durch meine Fotos gut beschrieben.

In Szrem bekamen wir sogar Aufmerksamkeit der lokalen Presse. Am nächsten Tag gab es über uns einen Artikel mit Foto in der Zeitung.

Nach Ankunft in Posen, dem Ruderverein von Lukasz, Abriggern und Reinigen der Boote, gab es noch ein gemeinsames Abendessen im Verein, sowie Frühstück am nächsten Morgen vor der Verabschiedung aller Teilnehmer.

Margot und wir haben noch einen weiteren sehr lohnenden Tag mit Besichtigung der Dominsel in Posen, des Malta Sees mit Regattastrecke, Sommer-Skipiste und -Rodelbahn in Posen verbracht.

Vielen Dank an Lukasz und alle Teilnehmer an dieser wunderschönen Wanderfahrt!

Susi & Günter

Zu den Fotos …


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