Männer ohne Nerven

Es gibt ja heutzutage viele, denen das Wasser bis zum Hals steht. Manche Zeitgenossen sind selbst schuld, unser Donauhort-Floß sicher nicht. Brav hat es bisher allen Hochwässern, Sternfahrern, Biberacher Schlachtschiffen, dem ersten Wienereiner, so manchen Eisschollen und knapp fahrenden DDSG-Dampfern getrotzt. In den letzten Monaten schien es aber seiner tragenden Rolle müde zu werden und begann sich teilweise unter die Oberfläche der Donau zurückzuziehen.

Diesem melancholischen Floßdasein stellten sich am letzten Samstag sechs, bis zum Äußersten entschlossene und mit Werkzeugen hochgerüstete Männer des Donauhort entgegen. Um 12.00 Uhr Mittag des 28.07.2012 wurde zum Angriff geblasen und in einer Zangenbewegung ging es ans Eingemachte.

Da war für lose Bretter und alte Fässer kein Halten mehr. Spitzhacken sausten geräuschvoll durch die Luft, selbst vor Äxten schreckte man nicht zurück und es wurde gezogen, gezerrt, getreten, gehebelt und geschraubt, was das Zeug hielt. Wer konnte, mied den Brigittenauer Sporn. Einige wenige Sportbootbesatzungen beobachteten aus sicherer Entfernung, die Schifffahrt wurde großräumig umgeleitet. Fluchtwilligen Fässern wurde durch mutige Hechtsprünge ins Wasser nachgestellt, um sie dingfest zu machen.

Nach dreidreiviertel Stunden war es überstanden und die neuen Fässer ruhten an ihren vorgesehenen Plätzen. Das Floß „atmete auf“, hob sich wieder aus seinem umgebenden Nass und die Wogen rund um den Ort des Geschehens glätteten sich. Alfred, Erwin, Florian, Fritz, Robert und Rudi kehrten wieder in ihren Alltag zurück und allen Ruderinnen und Ruderern des DHO steht ab sofort wieder ein Floß mit „ansprechendem Niveau“ zur Verfügung.

Fritz

Zu den Fotos …

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