Jubiläum: 25 Jahre Voga Longa

Die Vogalonga, der wohl auch im Ausland bekannteste italienische Rudermarathon, feierte am 9. Mai sein 25. Jubiläum.Insgesamt haben sich heuer 1118 Boote verschiedenster Art, mit 3741 Ruderern aus der ganzen Welt eingeschrieben. 1998 waren es 3695 Teilnehmer in 1096 Booten.

Unsere Gruppe bestand, neben einem sehr zahlreichen Fanclub, aus 57 Aktiven (Der Donauhort organisierte die Bootstransporte und -einteilungen für die 24 Teilnehmer von Alemannia, Donau, Donauhort, Nibelungen, Staw und Villach).

Die meisten von uns kamen bereits am Donnerstag vorher nach Venedig. Die „Englisch-Ruderer“ fuhren mit 3 C-Vierern, die „Venezianer“ mit einer Caorlina und einem Sandolo.  Nicht nur herrliche Ausfahrten wurden unternommen, erstmals versuchten sich auch einige junge DonauhortlerInnen in der Lagune vor dem Diadora, mit mir als Lehrmeister, im venezianisch Rudern.

Am Freitag, dem 7. Mai, machten wir unseren obligaten Mittagsausflug zur Trattoria auf die Insel Vignole. Mit der Caorlina waren wir auf dem Rückweg zum Lido über Fondamenta Nuove, durch kleine Kanäle in den Canal Grande gekommen. Unser Peter Hettinger wollte, als er für einen Moment meiner Steuerkunst auf der „poppa“ mißtraute, sich an einem Pfosten im Wasser am Kanalrand anhalten oder abstoßen, und – plumps – da schwammen auch schon Peter und sein Ruder in den Wogen des Canal Grande! – Unseres und des Gelächters aller in der Nähe befindlichen Gondolieri und Fahrgäste war er sich sicher – rettete sich zurück in die Caorlina und wird seither Canaletto II. genannt. Bis zur Diadora war er auch wieder luftgetrocknet. Entweder ist das Wasser des Canal Grande nicht so verseucht wie man oft lesen kann, oder Peter ist robust.
Als ich am Sonntag, dem 9. Mai, noch sehr zeitig aus dem Fenster blickte, traute ich meinen noch verschlafenen Augen nicht: Was wir befürchtet hatten, war eingetreten, der Himmel verhangen und es wollte schon leicht zu regnen beginnen.  Rasch kam die Erinnerung an das Vorjahr auf, als uns ein steifer Gegenwind und ein stundenlang andauernder Platzregen bis nach Burano begleitete.

Als wir aber die Boote beim Diadora startklar gemacht hatten und etwa um 8 Uhr in Richtung Bacino San Marco ablegten, hatte sich der Regen gelegt. Die Gezeitenströmung war an diesem Sonntag besonders gering, weil es gerade ein Tag mit niedrigstem Gezeitenhub war. Der Wind war gering, unsere Caorlina-Mannschaft (Heinz Ruth, Karl Hofmann, Oliver Steininger, Peter Hettinger, Oliver Loss, Nino Loss) offensichtlich bestens vorbereitet, sodaß wir unseren eigenen Rekord bis Burano deutlich unterboten. Aber auch das von Helmut Steininger und Gerhard Roth zu zweit geruderte Sandalo (für 4 venezianisch Ruderer) hielt bestens mit und die „Englisch-Ruderer“ waren uns natürlich schon einiges voraus.

Nach einer ausgiebigen Pause in Burano machten wir uns auf die zweite Hälfte der Strecke, von der mir vor allem das Stück bis Murano besonders unangenehm erscheint, weil es oft quer zu Wind und Wellen dahingeht. Vor dem Canale di Cannaregio zogen wir unsere „Parade-Dressen“ an und versenkten uns im „Bad der Menge“, welches bis zur „Punta della Dogana“ anhielt.

Während des gesamten Verlaufes der Voganlonga trafen wir immer wieder auf zahlreiche österreichische Ruderer, Kanu- und Kajakfahrer, die dieses herrliche Ereignis wohl ebenso genossen, wie wir.

An dieser Stelle muß ich dem Ruderverein Diadora am Lido von Venedig und allen seinen Mitgliedern für die erneut dargebrachte Gastfreundschaft im Namen Aller mit einem dreifachen HIPP-HIPP-HURRA oder, wie es in Venedig passender ist, mit einem „alzaremi“ („Ruder-Hoch“ – wohl nur in einem venezianisch geruderten Boot möglich) herzlich danken.

Nino
(Dkfm. Dominik Loss)

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